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با آنها بدتر از حیوان رفتار می شود[فندرز تیل ، فرانکفورتر آلگماینه سایتونگ(آلمان)، 27 ژوئن 2020](اداره کل رسانه های خارجی؛ عطیه خرّم)

با آنها بدتر از حیوان رفتار می شود[فندرز   تیل  ، فرانکفورتر آلگماینه سایتونگ(آلمان)، 27 ژوئن 2020](اداره کل رسانه های خارجی؛ عطیه خرّم)
در مواقع عادی بیمارستان لوک نایاک در شمال دهلی با 2 هزار تختخواب، مملو از بازدید کنندگان و بیماران است، اما اکنون فقط بیماران مبتلا به کووید 19 و موارد مشکوک در آن بستری هستند. یک ساختمان آجری پنج طبقه دیگر نیز در حدود صد متری این بیمارستان به بیماران کووید 19 اختصاص داده شده است.

با آنها بدتر از حیوان رفتار می شود

1.    در مواقع عادی بیمارستان لوک نایاک در شمال دهلی با 2 هزار تختخواب، مملو از بازدید کنندگان و بیماران است، اما اکنون فقط بیماران مبتلا به کووید 19 و موارد مشکوک در آن بستری هستند. یک ساختمان آجری پنج طبقه دیگر نیز در حدود صد متری این بیمارستان به بیماران کووید 19 اختصاص داده شده است.
2.    به گزارش بیماران و بستگان آنها، تجهیزات و پرسنل درمان در این بیمارستان ناکافی بوده و حتی اجساد مردگان تنها پس از چند ساعت به سردخانه انتقال داده می شوند.
3.    وضعیت این بیمارستان ناتوانی سیستم بهداشت و درمان هند برای مقابله با پاندمی را آشکار می کند. از زمان لغو محدودیت های عمومی توسط دولت، شمار مبتلایان به سرعت افزایش یافته و روز پنجشنبه، تقریبا 17 هزار مبتلای جدید در سراسر کشور ثبت شد.
4.    در حال حاضر، تعداد مبتلایان در سراسر هند بیش از 473 هزار نفر است. هند بعد از آمریکا، برزیل و روسیه بیشترین شمار مبتلایان به کرونا را دارد. در این کشور پرجمعیت، وخامت اوضاع آرام آرام تشدید می شود.
5.    به ویژه دهلی در حال حاضر تحت تأثیر پاندمی قرار گرفته و به "کانون کرونا" تبدیل شده است. با 70390 مورد، دهلی اکنون بیشترین موارد ابتلا در هند را داشته و هر روز بیش از 3 هزار نفر به این آمار اضافه می شود. دولت تخمین می زند تا پایان ماه ژوئیه 550 هزار نفر در پایتخت مبتلا خواهند شد.
6.    دولت های مرکزی و ایالتی تمام تلاش خود را برای کنترل اوضاع به کار گرفته اند. شمار تست ها به طور قابل توجهی افزایش یافته و دهلی همچنین در تلاش است تا ظرفیت تخت های خود را گسترش دهد: تا هفته آینده، 20 هزار تخت جدید برای بیماران کرونا، از جمله چند هزار تخت در هتل ها، مدارس، ورزشگاه ها و واگن های قطارها آماده خواهند شد.
منبع: اداره کل رسانه های خارجی

„Sie werden schlechter behandelt als Tiere“
Das Lok-Nayak-Krankenhaus ist die größte Einrichtung für Covid-19-Patienten in Delhi. Die Zustände in der Klinik zeigen: Das indische Gesundheitssystem stößt in der Pandemie an seine Grenzen.
•    VON TILL FÄHNDERS, SINGAPUR
•    -AKTUALISIERT AM 27 .06.2020-FAZ
In normalen Zeiten sind die Wege und Flure indischer Krankenhäuser voll von Besuchern und Patienten. Doch nun ist dort nur eine Handvoll Menschen zu sehen. In das Krankenhaus Lok Nayak im Norden Delhis kommen nur noch Patienten mit Covid-19 und Verdachtsfälle. Mit 2000 Betten ist es die größte Einrichtung für Corona-Patienten in der indischen Hauptstadt.
Etwa hundert Meter vom Eingangstor entfernt wurde in einem fünfstöckigen Backsteingebäude eine Station für Corona-Patienten eingerichtet. Das Gebäude wird von Sicherheitskräften mit Mund-Nasen-Schutz bewacht, die keine Angehörigen und Besucher durchlassen. Die Familien dürfen lediglich etwas Essen und persönliche Gegenstände für die Patienten an der Rezeption abgeben. Meistens dauert es aber Stunden, bis die Lieferungen beim Empfänger ankommen.
Nach dem zu urteilen, was ehemalige Patienten und Angehörige berichten, ist das Lok Nayak in seinem Inneren derzeit ein Ort der Verzweiflung und des Todes. „Wer auch immer aus diesem Krankenhaus lebend herauskommt, der hat Gott zu danken und nicht der Behandlung“, sagt Devendra Shukla, der fast zwei Wochen mit Covid-19 auf der Station gelegen hat.
Der 45 Jahre alte Busfahrer wollte ursprünglich gar nicht in ein Krankenhaus gehen. Aber nachdem er positiv getestet worden war, machte sich seine Familie Sorgen, dass er mehr Pflege bräuchte, als sie ihm zu Hause geben konnten. Schon kurz nach der Aufnahme im Krankenhaus habe er die Entscheidung bereut, sagt Shukla. „In den ersten 24 Stunden kümmert sich niemand um dich. Wer in einem ernsten Zustand eingeliefert wird, überlebt diese Zeit nicht.“
Das Personal ist überfordert
Der Mann lag in einem Zimmer mit sechs Betten, die alle mit Covid-19-Patienten belegt waren. Krankenschwestern habe er nur selten zu Gesicht bekommen, den Arzt am Tag nur einmal kurz gegen Abend. Von seinem Krankenbett aus beobachtete er, wie überfordert das Pflegepersonal war. „Zwei Frauen in meinem Zimmer starben. Eine von ihnen war vorher an Händen und Beinen festgebunden worden, da sie sehr unruhig war und nicht in ihrem Bett blieb.“
Nach dem Tod eines Patienten dauerte es Shukla zufolge zehn bis zwölf Stunden, bis der Leichnam aus dem Zimmer entfernt wurde. Mit Fäkalien verdreckte Laken eines Zimmernachbarn, der aufgrund eines Unfalls nicht aufstehen konnte, seien tagelang nicht gewechselt worden.
In dem Krankenhaus zeigt sich, wie das indische Gesundheitssystem in der Pandemie an seine Grenzen stößt. Die Zahl der Infektionen nimmt rapide zu, seit die Regierung mit der schrittweisen Aufhebung der Ausgangssperre begonnen hat. Damit will sie die angeschlagene Wirtschaft wiederbeleben. Doch die Kosten dieser Öffnungspolitik sind hoch. Fast 17.000 Neuinfektionen sind am Donnerstag landesweit dazugekommen – ein neuer Negativrekord.
Insgesamt liegt die Zahl der Infizierten schon bei mehr als 473.000. Damit ist Indien das Land mit den meisten Corona-Infektionen nach Amerika, Brasilien und Russland. Natürlich sind diese Zahlen in Relation zur Bevölkerung zu sehen: In Indien leben mehr als 1,3 Milliarden Menschen. Doch in den dicht besiedelten Megastädten nimmt die Situation langsam dramatische Ausmaße an.
Viele Ärzte und Pfleger warten auf ihr Gehalt
Besonders betroffen ist derzeit Delhi, das sich laut einer Zeitung mittlerweile zur „Corona-Hauptstadt“ entwickelt hat. Mit 70.390 Fällen ist Delhi nun die Stadt mit den meisten Fällen in Indien vor Bombay. Täglich kommen mehr als 3000 Infektionen hinzu. Die Stadtregierung schätzt, dass sich in der Hauptstadt bis Ende Juli 550.000 Menschen infiziert haben werden. Dabei ist ein Problem der Mangel an medizinischem Personal. Ärzte und Pfleger arbeiten nahezu rund um die Uhr und häufig ohne ausreichende Schutzkleidung. Viele sind seit Wochen nicht mehr bezahlt worden. Das Pflegepersonal geht in den Streik, in den Privatkliniken kündigen viele Schwestern.
„Unsere Ärzte, Schwestern und Mitarbeiter arbeiten unermüdlich an der Pflege der Patienten“, sagte ein Arzt des Lok-Nayak-Krankenhauses der „Hindustan Times“.
Delhis Regierungschef Arvind Kejriwal gratulierte dem Krankenhauspersonal am Donnerstag dafür, dass es seit nunmehr hundert Tagen und „aller Widrigkeiten zum Trotz“ den Menschen in Delhi in der Krise geholfen habe. „Wir arbeiten außerdem daran, die Pflege der Patienten weiter zu verbessern“, schrieb er auf Twitter. Dabei sind die Probleme in dem Krankenhaus bekannt, seitdem Videoaufnahmen davon an die Öffentlichkeit gelangt sind. Sie zeigten Leichen, die auf den Fluren und auf der Station lagen, ältere Covid-19-Patienten, die vergeblich um Hilfe riefen.
Unmittelbar nach der Veröffentlichung der Aufnahmen kritisierte das Oberste Gericht die Regionalregierung für die „erbärmlichen“ Zustände in den Krankenhäusern der Hauptstadt. Patienten würden „schlechter behandelt als Tiere“, befanden die Richter.
Immer wieder gibt es auch Berichte darüber, wie Kranke von einem Krankenhaus zum anderen geschickt werden, weil es angeblich keine freien Betten gebe oder sie keinen negativen Corona-Test vorzeigen könnten. Manche Einwohner Delhis ziehen es deshalb mittlerweile sogar vor, trotz Symptomen zu Hause zu bleiben. Zu ihnen gehört auch die 18 Jahre alte Shruti Gupta. „Am Sonntag fühlte ich mich an der Schwelle des Todes. Ich konnte einfach nicht atmen. Ich schrie, jemand solle mir meine Atmung wiedergeben“, berichtet Gupta. Trotzdem entschied sie sich dagegen, mit ihren Beschwerden ins Krankenhaus zu gehen. „Sie hätten nichts gemacht. Wahrscheinlich hätten sie mich nicht einmal untersucht.“ Zu Hause habe sich wenigstens ihre Mutter um sie kümmern können, sagt die junge Frau.
Angesichts der zunehmend angespannten Situation in der Hauptstadt rät die Deutsche Botschaft in Delhi den deutschen Staatsbürgern jetzt sogar dazu, eine vorübergehende Rückkehr nach Deutschland oder in ein anderes Land „mit gesicherter medizinischer Versorgung“ zu prüfen.
Dabei bemüht sich die Zentral- und Landesregierung durchaus, die Lage unter Kontrolle zu bekommen. Die Testrate wurde deutlich erhöht. Außerdem arbeitet die Stadt am Ausbau der Kapazitäten. Bis kommende Woche sollen 20.000 neue Betten für Corona-Patienten zur Verfügung stehen, darunter 10.000 auf dem Gelände einer religiösen Vereinigung und mehrere tausend Betten in Hotels, Schulen und Stadien. Aus Hunderten Eisenbahnwaggons werden provisorische Behandlungsräume gemacht.
Das Krematorium ist am Limit
Delhis Behörden haben außerdem angekündigt, in den kommenden Wochen von Tür zu Tür zu gehen und gezielt Menschen mit Symptomen auf das Coronavirus zu testen. Für manche kommen solche Initiativen zu spät. Die Leichen aus dem Lok-Nayak-Krankenhaus werden in das ein paar Kilometer entfernte Krematorium Nigam Bodh Ghat gebracht. Sie sind aufgrund der Ansteckungsgefahr von oben bis unten eingeschnürt, nur ein Familienmitglied darf sie sich vorher zur Identifizierung anschauen.
Auch das Krematorium kämpft damit, das erhöhte Aufkommen zu bewältigen. So werden die Leichen nicht mehr in Gasöfen verbrannt, sondern auf den traditionellen Holzscheiterhaufen.
Unter dem erhöhten Blechdach des Krematoriums steht eine Gruppe mit Familienmitgliedern eines verstorbenen Corona-Patienten. Vor ihnen lodern Flammen, Rauch steigt auf. Ein lautes Wimmern zieht herüber. Die Familienmitglieder des Verstorbenen sind immer noch fassungslos über die Ereignisse der vergangenen Tage.
Der 50 Jahre alte Satya Narayan Sharma berichtet, es sei die Leiche seines Bruders, die auf dem Haufen brenne. Er habe noch versucht, ihn aus dem Krankenhaus zu holen, nachdem er dort als Corona-Verdachtsfall eingeliefert worden war. „Jeder Patient, der dort in das Krankenhaus hineinkommt, verlässt es als Leiche“, sagt der Bruder. Besonders schmerzt es ihn, dass er nur zufällig vom Tod seines Bruders erfahren habe. Er habe sich nach dessen Gesundheitszustand erkundigen wollen. Da sagte ihm ein Wachmann, dass er schon gestorben sei.
https://www.faz.net/aktuell/gesellschaft/gesundheit/coronavirus/wie-indiens-gesundheitssystem-durch-corona-an-seine-grenzen-stoesst-16832420.html?printPagedArticle=true#pageIndex_2

۸ تیر ۱۳۹۹ ۱۵:۳۹

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