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پایان بی خیالی[روت یوهانا، دی سایت(آلمان)، 27 ژوئن 2020](اداره کل رسانه های خارجی؛ عطیه خرّم)

پایان بی خیالی[روت یوهانا، دی سایت(آلمان)، 27 ژوئن 2020](اداره کل رسانه های خارجی؛ عطیه خرّم)
اکنون دیگر بی خیالی جمعی در جنوب غربی آمریکا به پایان رسیده: در حالی که کانون های پیشین ویروس کرونا مانند نیویورک پس از ماه ها بر این بیماری غلبه کرده اند، آریزونا، تگزاس، فلوریدا، اوکلاهما و ایالت های دیگر به کانون های جدید تبدیل شده اند. روز پنجشنبه، دانشگاه جان هاپکینز ثبت بیش از 40 هزار مورد ابتلای جدید را در سراسر کشور گزارش داد.

پایان بی خیالی

1.    اکنون دیگر بی خیالی جمعی در جنوب غربی آمریکا به پایان رسیده: در حالی که کانون های پیشین ویروس کرونا مانند نیویورک پس از ماه ها بر این بیماری غلبه کرده اند، آریزونا، تگزاس، فلوریدا، اوکلاهما و ایالت های دیگر به کانون های جدید تبدیل شده اند. روز پنجشنبه، دانشگاه جان هاپکینز ثبت بیش از 40 هزار مورد ابتلای جدید را در سراسر کشور گزارش داد.
2.    داده ها نشان می دهد که جوانان به ویژه در گسترش ویروس نقش داشته و در آریزونا و فلوریدا، یک سوم افراد بین 20 تا 44 سال به این بیماری دچار شده اند.
3.    اما تنها بی توجهی مردم نیست که در وخامت بحران کرونا نقش داشته، خود ایالات نیز این خطر را دست کم گرفته بودند. در اواسط ماه آوریل، کاخ سفید دستورالعمل هایی را تدوین کرد که براساس آن ایالت ها خود تصمیم می گرفتند چه موقع محدودیت های عمومی را کاهش دهند. اکنون ایالت هایی که به طور گسترده و بی توجه به هشدارهای بهداشتی محدودیت ها را لغو کردند، کانون ویروس کرونا شده اند.
4.    به گفته کارشناسان، یک عامل مهم برای مهار پاندمی، دسترسی و انجام سریع و گسترده آزمایش های کووید 19 است. به گزارش پروژه مستقل ردیابی کووید، تاکنون 29 میلیون تست در آمریکا انجام شده است. اما ایالات بسیار تحت تأثیر قرار گرفته، هنوز هم کیت های تست کافی وجود ندارد. به همین ترتیب، انجام تست های بیشتر در مناطقی که به شدت تحت تأثیر قرار دارند، اهمیت دارد. کارشناسان می گویند 500 هزار آزمایشی که اکنون همه روزه در سطح کشور انجام می شود، کافی نیست.
5.    در اواسط ماه آوریل، کارشناسان دانشگاه هاروارد تخمین زدند که آمریکا پیش از بازگشایی، باید 5 میلیون تست را در روز تا اوایل ماه ژوئن انجام داده و تا اواسط تابستان این تعداد را به 20 میلیون تست برساند.
6.    اما به نظر می رسد اولویت های دولت متفاوت هستند. رئیس جمهور سه شنبه گذشته در گردهمایی عمومی در تولسا گفت از مسئولان خواسته است که آزمایش های کمتری انجام دهند. اما اکنون می گوید سخنانش جدی نبوده و آنتونی فاوسی نیز تأیید کرد که چنین دستوری صادر نشده است.
منبع: اداره کل رسانه های خارجی

Das Ende der Sorglosigkeit
Mit der kollektiven Unbeschwertheit im Südwesten der USA ist es vorbei. In Arizona, Florida und Texas grassiert das Coronavirus – auch weil der Staat versagt.
Von Johanna Roth und Jörg Wimalasena
27. Juni 2020, Die Zeit
Ende Mai herrschte in Phoenix noch Partystimmung. Ein von der Boulevard-Website TMZ veröffentlichtes Video zeigt Boxlegende Floyd Mayweather Jr. feiernd auf einer prall gefüllten Tanzfläche, nachdem Bars und Clubs dort wieder öffnen durften. Dicht an dicht stehen die überwiegend jungen Partygäste, Masken trägt kaum jemand.
Doch mit der kollektiven Sorglosigkeit im Südwesten der USA ist es nun vorbei. Während ehemalige Corona-Hotspots wie New York nach monatelangem Stillstand des öffentlichen Lebens die Pandemie in den Griff bekommen haben, ist Arizona zu einem der neuen Zentren geworden. Im Mai hatte der Bundesstaat noch täglich rund 400 Neuinfektionen registriert – am Donnerstag waren es mehr als 3.000. Auch Texas, Florida, Oklahoma und weitere Bundesstaaten verzeichnen hohe Infiziertenzahlen. Die Pandemie, die im Bewusstsein vieler US-Amerikaner schon eingedämmt schien, ist mit voller Wucht in den Alltag zurückgekehrt. Am Donnerstag vermeldete die Johns Hopkins University mehr als 40.000 Neuinfektionen bundesweit. Doch wie und warum konnte Covid-19 sich weiter so massiv ausbreiten?
Die Daten zeigen, dass vor allem junge Leute zur Verbreitung des Virus beitragen. In Arizona tauchten die meisten Neuinfektionen bei Menschen zwischen 20 und 44 Jahren auf: Jeder Dritte in dieser Altersgruppe wurde positiv getestet. Auch im Süden Floridas – rund um die Partymetropole Miami – sind überdurchschnittlich viele junge Erwachsene betroffen. Laut Gouverneur Ron DeSantis lag das Durchschnittsalter der Infizierten im Sunshine State im März noch bei 65 Jahren – aktuell liegt es bei 35. In anderen Bundesstaaten zeigen sich ähnliche Tendenzen. Nicht nur Partylaune macht junge Leute anfälliger für das Virus. "Ihr soziales Umfeld und ihre Jobs sorgen dafür, dass sie sich häufiger unter Menschen mischen", sagte die Biologin Erin Bromage dem Nachrichtensender CNN. Laut einer am Freitag veröffentlichten Studie des Democracy Funds haben 45 Prozent der 18- bis 29-Jährigen sich in der vergangenen Woche mit Personen getroffen, die nicht ihrem Haushalt angehören.
Zu frühe Öffnung vieler Bundesstaaten
Doch nicht nur die Sorglosigkeit der Bevölkerung dürfte einen erheblichen Teil zum Wiederaufflammen der Corona-Krise beigetragen haben, auch die Bundesstaaten selbst scheinen die Gefahr unterschätzt zu haben. Mitte April hat das Weiße Haus Richtlinien entwickelt, auf deren Basis die Bundesstaaten entscheiden sollten, wann sie die Einschränkungen des öffentlichen Lebens wieder lockern. Um die erste Phase zu erreichen, sollten sie zum Beispiel zwei Wochen lang sinkende Fallzahlen verzeichnen. "Ihr macht die Ansagen", hatte US-Präsident Donald Trump den Gouverneuren gesagt, gleichzeitig aber über Twitter die "Befreiung" von Bundesstaaten gefordert, die das öffentliche Leben seiner Meinung nach nicht schnell genug wieder hochfuhren.
Und viele zumeist republikanische Gouverneure folgten – obwohl ihre Staaten die Anforderungen nicht erfüllten. Georgia öffnete schon Ende April Bowlingbahnen, Friseursalons und Restaurants. Texas erlaubte Restaurants, mit zwischenzeitlich 75 Prozent ihrer Kapazität zu operieren, auch Bars waren dort schon seit Ende Mai wieder geöffnet. In Arizona verbot der Gouverneur den Kommunen noch bis vergangene Woche, eine Maskenpflicht in der Öffentlichkeit einzuführen. Und nun gehören vor allem die Staaten mit weitreichenden Lockerungen zu den neuen Corona-Hotspots.
Es fehlt eine zentrale bundesstaatliche Strategie, die zumindest grundlegende Maßnahmen vorschreibt. Während beispielsweise Deutschland mit einer Kombination aus gesetzlichen Vorgaben (wie Kontaktbeschränkungen und Maskenpflicht), individuellem Verhalten sowie einer konsequenten Test- und Nachverfolgungsstrategie der Gesundheitsbehörden die Zahl der Neuinfektionen in den Griff bekommen konnte, konzentrierte sich die Trump-Regierung stärker auf die Wiedereröffnung des Landes und weniger auf die Eindämmung der Pandemie. Das scheint sich jetzt zu rächen.
Ein wichtiger Faktor für die Eindämmung der Pandemie liegt laut Experten auch in der schnellen und flächendeckenden Verfügbarkeit von Covid-19-Tests. Das unabhängige Covid Tracking Project, betrieben unter anderem von dem renommierten Nachrichtenmagazin The Atlantic, zählt inzwischen 29 Millionen durchgeführte Tests in den USA. Aber reicht das?
500.000 Tests täglich reichen nicht aus
In stark betroffenen Bundesstaaten gibt es auch mehr als drei Monate nach Ausbruch der Pandemie offenkundig teils immer noch zu wenig Testkits. In Phoenix bildeten sich am vergangenen Wochenende an einer Drive-in-Teststelle kilometerlange Warteschlangen. Bereits kurz nach der Öffnung um 7 Uhr morgens waren alle 1.000 Termine für den Tag vergeben. Das größte Labor des Bundesstaats bekam zweimal so viele Anfragen, wie es binnen eines Tages verarbeiten konnte. Dabei hatte Sonora Quest lange Zeit weit unter seiner Kapazität gearbeitet.
Eine Grafik der Johns Hopkins University zeigt, wie gravierend sich die einzelnen Bundesstaaten in der Testung unterscheiden: In Rhode Island wurden bislang von 100.000 Einwohnern 21.280 getestet, also über ein Fünftel. 1.571 Tests kamen positiv zurück. In Arizona waren es dagegen nur 6.263 Tests pro 100.000 Einwohner, davon waren allerdings 839 positiv. Das zeigt, dass Arizona viel stärker betroffen ist – ausgerechnet dort aber nicht flächendeckend getestet wird. Der Anteil der positiven Tests in den vergangenen 7 Tagen liegt dort mit 23,1 Prozent deutlich über der Fünfprozentgrenze, die die Weltgesundheitsorganisation als Richtlinie für eine sichere Wiedereröffnung empfiehlt.
Weniger Fördergelder für Teststationen
Entsprechend wichtig wäre es, in stark betroffenen Regionen verstärkt zu testen – aber nicht nur dort. Die 500.000 Tests, die laut Angaben von Regierungsexperten inzwischen täglich bundesweit durchgeführt werden, reichen nicht aus. Harvard-Experten haben in einem Bericht Mitte April geschätzt, die USA müssten Anfang Juni 5 Millionen Tests pro Tag durchführen, um eine sichere Öffnung des Landes zu gewährleisten, und diese Zahl bis zum Hochsommer auf 20 Millionen erhöhen.
Doch die Prioritäten der Regierung scheinen anderswo zu liegen. Der Präsident fällt immer wieder mit seltsamen Äußerungen zum Thema auf. Bei seiner ersten Massenkundgebung nach einer dreimonatigen Wahlkampfpause am vergangenen Samstag in Tulsa sagte Trump, er habe die Verantwortlichen gebeten, weniger zu testen – dann würden schließlich auch die Infektionszahlen besser aussehen.
Inzwischen will Trump seine Äußerung als Sarkasmus verstanden wissen, auch der oberste Virusexperte Anthony Fauci bestätigte, es gebe keine entsprechende Anordnung. Dennoch plant die Regierung, dreizehn Teststationen – die Hälfte davon im stark betroffenen Bundesstaat Texas – die staatlichen Fördergelder zu entziehen. Selbst republikanische Politiker zeigten sich entsetzt und appellierten an Trump, die Tests nicht einzuschränken, sondern auszuweiten.
Die Besonderheiten des US-amerikanischen Gesundheitssystems erschweren ein koordiniertes Vorgehen. Es ist stark fragmentiert in staatliche und private Anbieter; auch Labore arbeiten entweder im staatlichen Auftrag oder aber im Rahmen profitorientierter Gesundheitsdienstleister. Sie konkurrieren untereinander um Material wie Wattestäbchen, aber auch um die Maschinen, mit denen die Abstriche verarbeitet werden. Dazu kommt, dass es den staatlichen Laboren oft nicht nur an Ressourcen fehlt, sondern auch an Qualitätskontrolle: Zu Beginn der Pandemie im Februar war ein erster Schwung Testkits aus Laboren der obersten Seuchenbehörde CDC in Atlanta kontaminiert und damit fehlerhaft.
Ein weiteres Manko: Längst nicht überall werden Infektionsketten konsequent verfolgt, obwohl Experten dies immer wieder als einen der wichtigsten Faktoren gegen die weitere Ausbreitung des Virus hervorheben. Zwar gibt es ein Onlinetool zur Kontaktnachverfolgung, das laut Angaben des Anbieters Salesforce inzwischen von Gesundheitsbehörden in 35 US-Bundesstaaten genutzt wird. Vereinzelte Staaten bieten Apps zur Nutzung an, auch Rhode Island ist hier wieder dabei. Aber eine bundesweit eingesetzte Tracing-App, die nicht nur von den Behörden genutzt wird, sondern auch von den Bürgerinnen und Bürgern, gibt es bislang nicht.
Trotz der rapide steigenden Infektionszahlen bleiben die Gouverneure in den aktuellen Corona-Hotspots erstaunlich gelassen. Selbst in Phoenix sind die Bars noch immer geöffnet. Dabei gäbe es durchaus Beispiele dafür, wie Bundesstaaten mit rigorosen Maßnahmen die Pandemie in den Griff bekamen: etwa New York. Die Stadt war im Frühling das Zentrum der Pandemie, mehr als 21.000 Infizierte verstarben. Bundesstaaten wie Texas verpflichteten Besucher aus New York damals zu einer zweiwöchigen Quarantäne – so groß war die Angst, dass das Virus seinen Weg vom East River in den Süden finden würde.
https://www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2020-06/coronavirus-usa-ausbreitung-covid-19-suedwesten/komplettansicht

۸ تیر ۱۳۹۹ ۱۵:۴۰

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